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Planspiel „Pimp your Town“ zur Kommunalpolitik in Kamen

Politik lebt vom Mitmachen!

Die Welt der Politik ist komplex und häufig undurchsichtig. Für 20 Schülerinnen und Schüler der Fridtjof Nansen Realschule ist das ein Grund mehr, sich für das Thema zu interessieren und sich schlau zu machen.

Auch in diesem Jahr hat die Stadt Kamen zusammen mit dem Verein „Politik zum Anfassen“ wieder ein kommunales Planspiel für junge Menschen angeboten. Vom 22. bis 24. April 2024 haben die Kinder dabei viel über politische Prozesse gelernt und schließlich die Möglichkeit gehabt, Entscheidungsprozesse eines Stadtrates live zu erleben.

Am Anfang erfolgte für die jungen Menschen eine Einführung in die Kommunalpolitik. Die Ideen der Schülerinnen und Schüler wurden dazu in Antragsform entwickelt und zu Tagesordnungen zusammengestellt. In fiktiv gebildeten Fraktionen konnten die Schülerinnen und Schüler überlegen, wie genau ein Antrag formuliert sein muss, um möglichst bei der Abstimmung auch die Stimmen der anderen Fraktionen zu bekommen.

Am zweiten Tag wurden die Themen und Tagesordnungspunkte der geplanten Ausschusssitzung geplant. Besonders spannend war für die Jugendlichen, dass sie Unterstützung von „echten“ Kommunalpolitikern hatten, die viele Tipps parat hatten und tatkräftig geholfen haben.

Am letzten Tag wurden alle erarbeiteten Themen unter der Leitung von Bürgermeisterin Elke Kappen in einer fiktiven Ratssitzung im Ratssaal der Stadt Kamen verhandelt. Die Schülerinnen und Schüler konnten dabei hautnah erleben, wie es ist, einen politischen Antrag einzubringen, wie der genaue Ablauf einer Ratssitzung ist und wie Frau Kappen das Rederecht der Reihe nach erteilt. Alles war formal einer "echten" Ratssitzung sehr ähnlich, so dass viele Schülerinnen und Schüler sich anschließend beeindruckt zeigten. Sehr schnell hatten die Schülerinnen und Schüler auch erkannt, dass es wichtig ist, politische Unterstützer für die eigenen Ideen zu finden und man ggf. auch mal bewusst eine Fraktion ausschalten kann, indem man seine Zustimmung verweigert. Mattis Becker der 9a erzählt: "Man muss seine Themen gut verkaufen und im Zweifelsfall zielführend argumentieren können. Nur mit den Stimmen der anderen kann man seine eigenen Ideen letztendlich politisch durchsetzen."

Es hat aber nicht nur Spaß gemacht, das Politikmachen im Rahmen dieses Planspiels zu üben. Ebenso spannend war das Betätigungsfeld der Presse. Einige Schülerinnen und Schüler waren die ganze Zeit über damit beschäftigt, die Arbeit der anderen zu dokumentieren, zu kommentieren und in Ton und Bild festzuhalten. Es sind dabei viele tolle Bilder, Texte und Videos entstanden. Diese werden aktuell noch zusammengestellt und geschnitten. Demnächst werden die Beiträge ebenfalls noch veröffentlicht.

Elke Kappen hatte im Anschluss der Veranstaltung noch viel Zeit für die jungen Menschen und war für alle Fragen offen. Bereits jetzt ist die nächste Einladung ins Rathaus von ihr ausgesprochen. Sie weiß:“ Politik lebt vom Mitmachen. Deshalb ist es so wichtig, dass junge Menschen früh erfahren können, dass jeder einzelne wichtig ist und jeder etwas bewirken kann.“ Frau Sinn von der FNR ist sich auch sicher: „Schulen haben den wichtigen Auftrag, Demokratieerziehung zu fördern und somit aktiv zur politischen Bildung beizutragen. Ein kommunales Planspiel ist dazu eine besondere Gelegenheit!“