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Vom Klassenzimmer in den Ratssaal: Kommunales Planspiel macht Politik erlebbar

Politik wirkt auf den ersten Blick oft komplex und schwer zugänglich – genau das macht sie für viele Jugendliche spannend. Auch in diesem Jahr nutzten Schülerinnen und Schüler der Fridtjof-Nansen-Realschule die Gelegenheit, im Rahmen eines kommunalen Planspiels selbst in politische Abläufe einzutauchen. Die Stadt Kamen führte das Projekt erneut gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung durch.

An zwei Projekttagen verwandelten sich die Teilnehmenden in junge Kommunalpolitikerinnen und -politiker. Sie diskutierten, verhandelten und erfuhren hautnah, wie Entscheidungen in einer Stadt vorbereitet und getroffen werden. Zu Beginn erhielten die Jugendlichen eine Einführung in die Grundlagen der Kommunalpolitik. Darauf aufbauend entwickelten sie eigene Anliegen, formulierten Anträge und stellten daraus Tagesordnungen zusammen. In kleinen Fraktionen wurde intensiv beraten: Welche Argumente überzeugen? Wie gewinnt man andere für die eigene Idee?

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Ausschussarbeit. Die Schülerinnen und Schüler bereiteten eine fiktive Sitzung vor und wurden dabei unterstützt von erfahrenen Kommunalpolitikerinnen und -politikern, die ihre Einblicke teilten und wertvolle Hinweise gaben. Diese persönliche Begleitung machte politische Prozesse besonders anschaulich.

Den Höhepunkt bildete eine realitätsnahe Ratssitzung im Kamener Ratssaal, geleitet von Bürgermeisterin Elke Kappen. Dort erlebten die Jugendlichen, wie Debatten geführt werden, welche Regeln gelten und wie Abstimmungen ablaufen. Viele zeigten sich beeindruckt von der Ernsthaftigkeit und Struktur kommunalpolitischer Arbeit und stellten fest, dass politische Mehrheiten entscheidend sind, um Ideen umzusetzen.

Eine Schülerin fasste ihre Eindrücke treffend zusammen: „Man merkt erst, wie viel Arbeit hinter politischen Entscheidungen steckt. Es reicht nicht, eine gute Idee zu haben, man muss andere überzeugen und Kompromisse finden.“

Auch Bürgermeisterin Elke Kappen nahm sich im Anschluss Zeit für Gespräche und betonte die Bedeutung junger Menschen für die lokale Demokratie: „Politik lebt davon, dass Menschen sich einbringen. Es ist wichtig, früh zu erfahren, wie viel man selbst bewegen kann.“

Die betreuende Lehrkraft der Fridtjof-Nansen-Realschule zeigte sich ebenfalls begeistert: „Ein kommunales Planspiel bietet Jugendlichen die Möglichkeit, Demokratie nicht nur theoretisch zu lernen, sondern aktiv zu erleben.  Das ist für die politische Bildung von unschätzbarem Wert.